des dezembers feste / wintersonnenwende, yule, rauhnächte, weihnachten & neujahr

21/12/2018

 

Weihnachten steht vor der Tür und jedes Jahr hinterfrage ich dieses Fest ein wenig mehr. Der Christbaum, der Weihnachtsmann, der Gänsebraten, Lichterwanderung, gemeinsam Singen, Geschenke – all das ist meine Kindheit, sind meine Wurzeln. Und doch dreht sich diese Zeit, die seit ein paar Jahren für mich eigentlich mit dem heutigen Tag – dem 21.12 – beginnt, um so vieles mehr. Die Essenz aller Feierlichkeiten – ob wir sie nun als Wintersonnenwende, Yule, Rauhnächte oder eben Weihnachten und Neujahr begehen (und ja, bitte keine Haarspalterei, ich weiss sehr wohl, dass sie alle einen unterschiedlichen Hintergrund haben und teilweise auf verschiedene Tage fallen), haben am Ende alle eine Essenz: es geht um Ruhe, In-sich-kehren, Durchatmen, Reflektieren. Miteinander oder allein. Die meisten der oben aufgeführten Punkte haben für mich damit jedoch schon lange nichts mehr zu tun.

 

Gerade mit einer eigenen Familie fängt man an, sich seine eigenen Traditionen zu schaffen – ohne natürlich das eigene familiäre Erbe gänzlich über Bord zu werfen. Immerhin ist dieses Erbe das, was uns geprägt hat und ausmacht. Und doch empfinde ich es als zusehend schwieriger herauszufinden, was an Weihnachten ich mir bewahren und zukünftig feiern – also auch an meinen Sohn weitergeben möchte – und wo ich es als notwendig empfinde, alte Muster zu überdenken. Solche Gedanken – einmal laut ausgesprochen – gehen schnell auf Kosten des Hausfriedens in der Heimat. Zurecht! Denn Weihnachten wird dann schnell zum Kampf der Generationen. Wenn ich die Glaubenssätze meiner Eltern in Frage stelle, dann muss ich damit rechnen auf Enttäuschung zu stoßen, die sich wiederum oft in verbalen Auseinandersetzungen und Streit unterm Weihnachtsbaum entlädt. Das ist eigentlich nicht schlimm. Sobald dann aber Tränen fließen und keiner mehr nachvollziehen kann, warum Heiligabend plötzlich niemandem mehr heilig ist, wird es schwierig. 

 

Dabei ginge es gerade an Weihnachten einfach um ein ein bisschen mehr Akzeptanz und Verständnis füreinander. Darum, nicht stupide an Materiellem und Altem festzuhalten, aber eben auch nicht um die engstirnige Vorstellung, Traditionen unbedingt überschreiben zu müssen, weil wir glauben, es besser zu wissen. Stattdessen sollten wir gerade jetzt einen Schritt aufeinander zu gehen und jedem seinen emotionalen Raum und sein Glück lassen – egal wie das aussieht. Und so werde ich heute Abend – sobald mein Sohn im Bett ist – die Wintersonnenwende mit einer Meditation begrüßen und mich auf das neue Halbjahr einstimmen. Und ja, vielleicht werde ich meine Eltern sogar einladen, mitzumachen – wie sonst sollen sie verstehen, wo ich stehe und was mir wichtig ist – neben der Art, wie wir immer Weihnachten gefeiert haben? Ich muss ja nicht gleich alles verwerfen, um Neues zu säen. Dafür feiern wir dann Heiligabend und die Weihnachtstage wie gehabt, bevor ich mich mit meinem Sohn in den hohen Norden nach Schweden zurück ziehe, um dort gemeinsam mit lieben Freunden die Rauhnächte und den Jahreswechsel zu begehen. Am Ende geht es immer um die richtige Balance, darum, nicht den Blick füreinander zu verlieren – auch in Zeiten des Aufbruchs und Wandels. Wir alle sind verschiedenen, haben unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche und Prägungen – selbst (und gerade) innerhalb der eigenen Familie. Vergessen wir nicht, dass jede Zeit und jede Generation ihre Werte und Glaubenssätze hat und hatte. Der Diskurs darüber kann uns weiterbringen, wenn wir dabei nicht vergessen, einander in die Herzen zu schauen.

 

In diesem Sinne: wünsche ich euch allen eine bezaubernde Auszeit – allein oder mit Familie, mit oder ohne Baum – dafür mit einer ordentlichen Portion Liebe im Herzen – für euch, euer Leben und das Leben aller.

 

 

Love & Peace,

 

Stephanie

 

 

 

 

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