inshallah / unser gegenwärtiges europa

23/9/2016

 

europa sieht sich gegenwärtig mit einer der größten krisen seines so jungen wie unbedarften daseins konfrontiert, die die menschen spaltet wie keine andere. Seit beginn letzten jahres fliehen flüchtlinge aus syrien und anderen arabischen ländern aus ihrer heimat, getrieben von der schmerzhaften suche nach einem leben in sicherheit, nach einem ort, der ihnen und ihren familien eine zukunft bieten kann. Einen ort, den sie nicht heimat, aber doch zuhause nennen dürfen - eines der ursprünglichsten grundbedürfnisse des menschen, darin sind wir alle gleich.

 

Wir hingegen - die seit nunmehr siebzig Jahren verschont geblieben sind von Krieg und Zerstörung - hören und sehen das Problem - aus den Nachrichten, dem Fernsehen, der Zeitung. Nur mit den Menschen dahinter wollen wir nichts zu tun haben. Sie sind Gesichts- und Namenlose, die Anderen, die Flüchtlinge. Wir heucheln Mitleid, halten unsere Türen aber trotzdem lieber verschlossen. Bequemlichkeit und Angst. Angst vor dem Unbekannten und dem einzigen Hab und Gut, das diesen Menschen geblieben ist: Ihre Kultur, ihre Wurzeln, ihre Geschichte, ihre Religion. Eine Religion, die mich nicht nur in Marokko, sondern schon immer mit offenen Armen willkommen geheissen hat. Eine Religion wie jede andere, wenn man sich denn mit ihr befasst. Tun wir aber nicht. Stattdessen verbarrikadieren wir uns hinter Halbwahrheiten und gefährlicher Unwissenheit.

 

In Sachsen greifen unbeholfene, verschüchterte Bürger deswegen zu den drastischsten Gebaren, die ein Mensch einem anderen Menschen entgegenbringen kann - sie begegnen dem Unbekannten mit Ablehnung und Hass. Aber wer sind wir, uns anzumaßen, diese Anderen zu kennen und voreilig zu verurteilen, ohne ihnen einmal in die Augen geschaut und ihre Geschichte gehört zu haben? Wann haben wir verlernt menschlich zu sein? Was hat uns denn die Vergangenheit über die Angst vor dem Anderen gelehrt? Angst ist etwas für Feiglinge. Wir haben schon einmal Mauern im Kopf eingerissen, warum tun wir es nicht wieder?!

 

“Inshallah” ist Arabisch und bedeutet übersetzt so viel wie “So Gott will”.

 

“Inshallah”, dass die Stimmen der Menschen, die Hass und Unmut verbreiten, übertönt werden. “Inshallah”, dass die, die anders denken, den Mut haben, von der ihren Gebrauch zu machen und einzutreten, wofür sie und dieses Land stehen: Liberalität, Freiheit und Demokratie. “Inshallah”, dass die Anderen nicht aller Orts empfangen werden, wie in einigen besagten Städten Deutschlands.

 

“Inshallah”, dass sie ein neues Zuhause finden, ein Sichereres, als das bisherige, um ihre tausend Jahre alte Kultur weiterleben und an nachfolgende Generationen weitergeben zu können - friedlich und Seite an Seite mit all den anderen wunderbaren, tausende Jahre alten Kulturen dieser Welt. 

 

“Inshallah”, dass wir nicht vergessen, wo wir herkommen, wer wir sind und dass es keine Rolle spielen darf, woran wir glauben! “Inshallah”, dass wir alle wieder Grund haben, stolz zu sein. Auf ein Europa, eine Welt, eine Gemeinschaft, die Ländergrenzen sprengt und uns gemeinsam stark macht.

 

 

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